Heizkörpernischen dämmen
Tipps für Materialien, Kosten und Umsetzung
Die Heizkörpernische ist ein Klassiker bei der Suche nach Schwachstellen im Altbau. Durch die geringere Dicke der Außenwand geht an dieser Stelle Wärme besonders schnell verloren. Durch den schlechteren Wärmeschutz werden Probleme mit Feuchtigkeit und Schimmel bei abgestelltem Heizkörper begünstigt. Mit einer Dämmung der Heizkörpernische lassen sich diese beheben. Tipps zu Material, Kosten und Möglichkeiten der Umsetzung.
Eine ungedämmte Heizkörpernische erhöht die Heizkosten und verschlechtert die Behaglichkeit gleichermaßen. Deshalb sollten Hausbesitzer eine zusätzliche Dämmung der Heizkörpernischen in Erwägung ziehen. Eine solche Maßnahme ist wegen der geringen Kosten vor allem dann wirtschaftlich, wenn sie in Eigenleistung vorgenommen wird.
Besonders zu empfehlen ist die Dämmung, wenn die Heizkörper ohnehin erneuert werden. Im Zuge des Austausches der Heizkörper kann die Nische komplett mit einem Wärmedämmstoff geschlossen werden. Ist das nicht möglich, können mit einer reflektierenden Beschichtung versehene dünne Dämmstoffe den Wärmeschutz in diesem Bereich zumindest verbessern.
Das sind die Möglichkeiten bei der Dämmung der Heizkörpernische:
1. Heizkörpernische komplett schließen
Werden die Heizkörper erneuert oder findet eine umfangreiche Sanierung statt, wird die Heizkörpernische am besten komplett gedämmt. Vor der Dämmung muss geklärt werden, wie der Heizkörper später befestigt werden kann:
- Wird der Heizkörper auf Konsolen gestellt, die auf dem Boden montiert werden, kommen als Materialien vor allem Dämmstoffe in Frage, die biegesteif sind und als Platten angeboten werden (Holzfaserdämmplatte, Steinwolle, Styropor, PU-Schaum, Mineralschaum). Sie benötigen keine Unterkonstruktion. Der Dämmstoff wird auf ein entsprechend breites Kompriband gestellt und mittels Montagekleber in die Nische eingeklebt. Biegesteife Dämmstoffplatten können nach der Dämmung gut verputzt werden. Dazu endet der Dämmstoff am besten etwa 1,5 Zentimeter vor der vorderen Putzkante. Links und rechts der Heizkörpernische sollte der vorhandene Putz rund 10 Zentimeter breit abgeschlagen werden. Danach wird das Dämmmaterial samt Rändern frisch verputzt. Ein in den Putz eingelegtes Armierungsgewebe verhindert eine spätere Rissbildung.
- Soll der Heizkörper dagegen mit einer Wandkonsole montiert werden, wird der Putz durch eine tragfähige OSB-Platte ersetzt. Eine Unterkonstruktion, z.B. aus Holzlatten, wird erforderlich, wenn die Nischendämmung mit einer Gipskartonplatte raumseitig abgeschlossen werden soll. Wird eine tragfähige OSB-Platte verwendet, oder eine Holzunterkonstruktion mit Gipskartonplatten verkleidet, lassen sich auch nicht biegesteife Dämmstoffe, wie Mineralwolle- oder Holzweichfasermatten für die Dämmung verwenden. Auf die Luftdichtheit der Montage zu den Rändern, vor allem nach unten und oben, ist zu achten. Folien, gleich welcher Art, sind nicht erforderlich.
Die Materialkosten für einen Quadratmeter gedämmte Heizkörpernische einschließlich Dämmstoff, Klebemörtel, Kompriband, Armierungsgwebe und Putz bzw. abschließende Plattenwerkstoffe betragen etwa 40 Euro.
2. Teilweise Dämmung der Heizkörpernische
Bei sehr tiefen Heizkörpernischen können diese auch nur teilweise gedämmt werden, 8 bis 10 Zentimeter dick sollte der Dämmstoff allerdings sein. Wichtig in diesem Fall ist, dass die Dämmung nicht nur an der Wand hinter dem Heizkörper angebracht wird, sondern auch die linke und rechte Seite (Laibung) mitgedämmt werden. Je nach Größe des Heizkörpers und Lage des Fensterbretts kann der Heizkörper nach der Dämmung auch wieder in der Heizkörpernische angebracht werden.
3. Dämmung der Heizkörpernische, wenn der Heizkörper nicht entfernt werden kann
Kann der Heizkörper nicht abgebaut werden und ist kaum Platz hinter dem Heizkörper, sollte die Nischenwand zumindest mit einer sogenannten Heizkörper-Reflexionsfolie gedämmt werden. Dabei handelt es sich um eine 3 bis 5 Millimeter starke Dämmplatte, die mit Alufolie beschichtet ist. Diese Dämmplatte wird so hinter dem Heizkörper befestigt, dass die beschichtete Seite zum Heizkörper zeigt. Die Beschichtung sorgt dafür, dass die vom Heizkörper in Richtung der Außenwand abgestrahlte Heizwärme in den Raum reflektiert wird. So wird das Aufheizen der Wohnräume etwas erleichtert und die Behaglichkeit verbessert sich geringfügig. Auch bei dieser Art der Dämmung der Heizkörpernische ist auf eine luftdichte Montage zu achten. Die Laibungen rechts und links, sowie das Fensterbrett von unten, sollten mitgedämmt werden.
Die Materialkosten einschließlich Kleber liegen bei etwa 8 Euro pro Quadratmeter. Wunder dürfen die Bewohner allerdings nicht erwarten: Da die Dämmwirkung in diesem Fall insgesamt schwach ist, kann auch nur mit einer geringen Ersparnis an Heizkosten gerechnet werden.
Trotzdem gilt: Nach der Dämmung der Heizkörpernischen kann die durchschnittliche Vorlauftemperatur des Heizsystems meistens abgesenkt werden. Auch diese Maßnahme verbessert die Behaglichkeit und verringert den Wärmeverbrauch.
Quelle: DIY: Heizkörpernische richtig dämmen - ENERGIE-FACHBERATER
Förderprogramm im kleinen Überblick
Mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) erhalten Sie Unterstützung bei der Sanierung von Gebäuden, die dauerhaft Energiekosten einsparen und damit das Klima schützen. Das Programm wird Anfang 2025 unter Beachtung der Regelungen zur vorl. Haushaltsführung 2025 fortgeführt (Hinweis: Stand Januar 2025).
Was ist die BEG?
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude – kurz BEG – fasst frühere Förderprogramme zur Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien im Gebäudebereich zusammen und unterstützt unter anderem den Einsatz neuer Heizungsanlagen, die Optimierung bestehender Heizungsanlagen, Maßnahmen an der Gebäudehülle und den Einsatz optimierter Anlagentechnik.
Die BEG besteht aus drei Teilprogrammen:
- Bundesförderung für effiziente Gebäude – Wohngebäude (BEG WG)
- Bundesförderung für effiziente Gebäude – Nichtwohngebäude (BEG NWG)
- Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM)
Die Antragstellung im Förderprogramm (BEG EM) ist zum 1. Januar 2021 in der Zuschussvariante beim BAFA gestartet.
Die (BEG WG) und (BEG NWG) (Zuschussförderung für Kommunen und Kreditvariante) sowie (BEG EM) (Anlagen zur Wärmeerzeugung, außer Errichtung, Umbau, Erweiterung eines Gebäudenetzes) werden durch die KfW administiert.
Quelle: Bafa.de

Politik-Chaos bremst energetische Sanierungen aus
Die Diskussionen um die Rücknahme des Gebäudeenergiegesetzes verunsichern die Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern zusehends und verhindern damit notwendige energetische Sanierungen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage unter mehr als 2.000 Eigenheimbesitzenden, die das Marktforschungsinstitut B+L Marktdaten für die Initiative Klimaneutrales Deutschland (IKND) und die Repräsentanz Transparente Gebäudehülle durchgeführt hat. Demnach gaben mehr als die Hälfte der Befragten an, bisher nicht saniert zu haben, weil sie aufgrund der politischen Debatte über die Sanierungsförderung und das als Heizungsgesetz bezeichnete Gebäudeenergiegesetz verunsichert seien. Nicht einmal die Hälfte kennt die Energieeffizienzklasse ihres Gebäudes.
Welche Argumente pro Sanierung wirken
Die Umfrage hat außerdem ergeben, dass etwa ein Viertel der Eigenheimbesitzenden auf jeden Fall energetisch sanieren würde, wenn die Umsetzung leicht und unkompliziert, die Modernisierung technisch notwendig wäre oder es geeignete staatliche Förderungen gäbe. Positive Effekte für die Umwelt, notwendige Anpassungen an den Klimawandel und günstige Zinsen dagegen können die Befragten nicht Als Argumente für eine energetische Sanierung überzeugen. Der Umfrage zufolge bevorzugen die Befragten folgende Sanierungsmaßnahmen:
- Dämmung des Dachs: 31,5 Prozent
- Austausch der Fenster: 30,6 Prozent
- Einbau einer PV-Anlage: 29 Prozent
- Einbau einer Wärmepumpe: 16,1 Prozent
- Einbau einer Solarthermieanlage: 15,3 Prozent
- Dämmung der Fassade: 12,1 Prozent
- Dämmung der Kellerdecke: 8,9 Prozent
- Einbau einer Pelletsheizung: 8,1 Prozent
- Energetische Komplettsanierung: 4,8 Prozent
- Anschluss an Fernwärme: 3,2 Prozent
Quelle: IKND / jb

Wärmepumpen-Trends
Altbau-Wärmepumpen, natürliche Kältemittel, Fertigfundamente
Schon vor Beginn der Heizungsmesse ISH Mitte März zeichnen sich erste Trends bei
den Wärmepumpen für 2025 ab. Nach wie vor bringen viele Hersteller Wärmepumpen speziell für Altbauten auf den Markt. Viele neue Geräte arbeiten mit natürlichen Kältemitteln und erfüllen damit die Vorgaben für den zusätzlichen Wärmepumpen-Bonus bei der Förderung. Und last but not least erleichtert spezielles Zubehör die Installation. Ein Überblick zu den aktuellen Trends.
Trend 1: Wärmepumpe im Altbau - Hochtemperatur-Wärmepumpen für die Heizungssanierung
Viele Vorurteile gegenüber Wärmepumpen betreffen den Einsatz im Altbau: zu geringe Vorlauftemperaturen, für den Betrieb mit Heizkörpern nicht geeignet. Die aktuellen Modelle zeigen einmal mehr, dass diese Vorurteile pauschal nicht gelten. Alle Hersteller haben Wärmepumpen im Sortiment, die auch im Altbau mit klassischen Heizkörpern betrieben werden können. Darüber hinaus erreichen spezielle Geräte für die Heizungssanierung höhere Vorlauftemperaturen, die die Wohnräume auch bei niedrigen Außentemperaturen angenehm wärmen.
Wer dennoch im Altbau auf Nummer sicher gehen möchte, kann auf zahlreiche Hybridgeräte zurückgreifen und verschiedene Wärmeerzeuger parallel nutzen.
Trend 2: Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln
Als natürliche Kältemittel in Wärmepumpen gelten R290 Propan, R600a Isobutan, R1270 Propen, R717 Ammoniak, R718 Wasser, R744 Kohlendioxid. Für Geräte mit diesen Kältemitteln winkt aktuell bei der Heizungsförderung ein zusätzlicher Bonus in Höhe von 5 Prozent. Viele Wärmepumpen, die jetzt auf den Markt kommen, sind mit einem solchen natürlichen Kältemittel ausgerüstet und qualifizieren sich damit für die höhere Förderung.
Trend 3: Fertigfundamente und spezielles Zubehör
Da bei vielen Wärmepumpen ein Innen- und ein Außengerät installiert werden muss, ist der Montageaufwand etwas höher als bei Heizungen, die nur aus einem Gerät bestehen. Doch viele Hersteller unterstützen Installateure und Eigentümer jetzt mit passendem Zubehör, das die Montage einfacher und schneller macht:
- Fertigfundamente aus Kunststoff oder Beton ermöglichen eine schnelle und professionelle Aufstellung von Außengeräten. Teilweise bieten sie sogar eine Diebstahlsicherung.
- Spezielle Wanddurchführungen erleichtern eine optisch saubere und GEG-konforme Leitungsführung.
Weitere Informationen finden Sie unter: Wärmepumpen-Trends 2025 - ENERGIE-FACHBERATER

Tipps zur Fassadendämmung
Fassadendämmung: Warme Hülle für die Außenwände des Hauses
Braucht die Fassade einen neuen Anstrich, einen neuen Putz oder müssen Schäden behoben werden? Höchste Zeit, auch über den Wärmeschutz nachzudenken, denn Kosten für ein Gerüst fallen bei der Fassadensanierung ohnehin an! Eine anstehende Fassadensanierung ist deshalb der optimale Zeitpunkt für die Fassadendämmung. Die macht sich überaus positiv auf der Heizkostenabrechnung bemerkbar, denn über die großen Flächen der Außenwände geht viel Energie verloren. Nach einer fachgerechten Dämmung der Fassade profitieren Eigentümer:innen nicht nur von geringeren Heizkosten - mit der Fassadendämmung steigen auch Wohnkomfort und Wert des Hauses, Schall- sowie Hitzeschutz.
Fehler bei der Fassadendämmung unbedingt vermeiden
Die Fassadendämmung sollte von einem Fachbetrieb angebracht werden. Denn Fehler in der Ausführung verursachen Wärmebrücken. Diese machen nicht nur die angestrebten Energieeinsparungen zunichte, sondern können später auch zu Schäden und Baumängeln führen, die teuer behoben werden müssen. Dass die Dämmung der Fassade zu Schimmel führt, ist übrigens ein weit verbreiter Irrtum, der längst ausgeräumt wurde. Das Gegenteil ist der Fall: Eine fachgerechte Fassadendämmung hilft, Schimmel zu vermeiden. Denn gedämmte Außenwände weisen auf der Innenseite eine höhere Oberflächentemperatur auf. Außerdem lassen sich mit einer professionellen Fassadendämmung Wärmebrücken an der Außenwand beseitigen.
Gesetzliche Anforderungen bei der Dämmung der Außenwände
Bei der Fassadendämmung müssen Eigentümer:innen die gesetzlichen Anforderungen aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) einhalten. Das gilt übrigens auch bei einer Fassadensanierung - zum Beispiel, wenn der Putz oder eine Fassadenbekleidung erneuert wird.
Möglichkeiten der Fassadendämmung
Je nach baulicher Situation gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Fassade zu dämmen, entweder von außen oder von innen:
- Eine Fassadendämmung mit Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) eignet sich besonders zur Dämmung von Putzfassaden.
- Die Fassadendämmung mit einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade (VHF) ermöglicht hohe Dämm-Dicken, ist sehr langlebig und nahezu wartungsfrei.
- Bei zweischaligem Wandaufbau kann der vorhandene Luftzwischenraum für die nachträgliche Dämmung in Form einer Kerndämmung genutzt werden.
- Eine Innendämmung der Außenwand eignet sich zum Beispiel für denkmalgeschützte Häuser und Bauten mit erhaltenswerter Fassade - oder auch, wenn für eine Fassadendämmung von außen nicht genügend Raum vorhanden ist, weil das Haus direkt auf der Grundstücksgrenze steht. Denn dann ist eine Fassadendämmung nur in Ausnahmefällen möglich.
Der richtige Dämmstoff für die Fassadendämmung
Für die Fassadendämmung stehen die verschiedensten Dämmstoffe und Dämmsysteme zur Verfügung - vom Klassiker bis hin zu Naturdämmstoffen und Hightech-Produkten. Welcher Dämmstoff zum Einsatz kommt, darüber entscheiden sowohl die persönlichen Vorlieben als auch die bauliche Situation. Eine fachliche Beratung im Vorfeld der Dämmung hilft bei der Auswahl der richtigen Dämmung.

